Funktionsstörung Becken: Ursachen, Symptome und was du dagegen tun kannst
Mobilität im Fokus
• vor 11 Monaten

Eine Funktionsstörung des Beckens kann sich auf vielfältige Weise äußern und die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. Viele Menschen leiden unter Schmerzen im unteren Rücken, in der Hüfte oder sogar in den Beinen, ohne die eigentliche Ursache zu kennen. In diesem Artikel beleuchten wir die möglichen Ursachen, typischen Symptome und vor allem, was du aktiv dagegen tun kannst, um deine Mobilität und dein Wohlbefinden wiederzuerlangen.
Ursachen einer Beckenfunktionsstörung
Die Ursachen für eine Beckenfunktionsstörung sind vielfältig. Häufig spielen muskuläre Dysbalancen eine entscheidende Rolle. Eine einseitige Belastung, beispielsweise durch langes Sitzen oder repetitive Bewegungen im Sport, kann dazu führen, dass bestimmte Muskelgruppen überlastet sind, während andere verkümmern. Dies führt zu einer Instabilität im Beckenbereich und kann Fehlstellungen begünstigen.
Auch Traumata, wie Stürze oder Unfälle, können das Becken aus dem Gleichgewicht bringen. Selbst scheinbar harmlose Stürze auf das Gesäß können langfristige Auswirkungen haben. Ebenso können degenerative Veränderungen, wie Arthrose in den Hüftgelenken oder der Wirbelsäule, zu einer veränderten Beckenstellung und somit zu Funktionsstörungen führen.
Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Schwangerschaft. Durch die hormonellen Veränderungen und die Gewichtszunahme wird das Becken stark beansprucht. Die Bänder werden lockerer, um die Geburt zu ermöglichen, was jedoch auch zu Instabilität und Schmerzen führen kann. Auch nach der Geburt können die Beckenstrukturen durch die ungewohnte Belastung weiterhin beeinträchtigt sein.
Symptome: So äußert sich eine Beckenfunktionsstörung
Die Symptome einer Beckenfunktionsstörung sind vielfältig und können sich von Person zu Person unterscheiden. Typische Anzeichen sind:
- Schmerzen im unteren Rücken: Diese können dumpf, stechend oder ziehend sein und sich bei bestimmten Bewegungen verstärken.
- Hüftschmerzen: Oftmals strahlen die Schmerzen in die Leiste oder den Oberschenkel aus.
- Schmerzen im Gesäß: Diese können bis in die Beine ziehen und sogar Ischias-ähnliche Beschwerden verursachen.
- Bewegungseinschränkungen: Das Becken fühlt sich steif an, und bestimmte Bewegungen, wie das Bücken oder Drehen des Oberkörpers, sind erschwert.
- Beinlängendifferenz: Durch die Fehlstellung des Beckens kann es zu einer scheinbaren oder tatsächlichen Beinlängendifferenz kommen.
- Gangbildveränderungen: Betroffene nehmen oft eine Schonhaltung ein, was zu einem veränderten Gangbild führt.
- Ausstrahlende Schmerzen: Schmerzen können in die Knie, Füße oder sogar in den Nacken ausstrahlen.
- Verdauungsprobleme: In einigen Fällen können Beckenfunktionsstörungen auch Verdauungsprobleme verursachen, da die umliegenden Organe beeinträchtigt werden können.
Es ist wichtig zu beachten, dass nicht alle Symptome gleichzeitig auftreten müssen. Manchmal sind es nur einzelne Beschwerden, die jedoch die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen können.
Was du selbst gegen eine Beckenfunktionsstörung tun kannst
Glücklicherweise gibt es viele Dinge, die du selbst tun kannst, um eine Beckenfunktionsstörung zu lindern und deine Mobilität zu verbessern.
- Regelmäßige Bewegung: Bewegung ist essenziell, um die Muskulatur rund um das Becken zu stärken und die Durchblutung zu fördern. Besonders geeignet sind Sportarten wie Schwimmen, Yoga oder Pilates, die den Körper schonen und gleichzeitig die Muskulatur kräftigen.
- Dehnübungen: Regelmäßiges Dehnen der Hüftbeuger, der Gesäßmuskulatur und der Oberschenkelmuskulatur kann helfen, muskuläre Dysbalancen auszugleichen und die Beweglichkeit des Beckens zu verbessern.
- Kräftigungsübungen: Gezielte Kräftigungsübungen für die Bauch- und Rückenmuskulatur stabilisieren das Becken und unterstützen die Wirbelsäule.
- Ergonomischer Arbeitsplatz: Achte auf eine ergonomische Gestaltung deines Arbeitsplatzes, um Fehlhaltungen zu vermeiden. Ein höhenverstellbarer Schreibtisch und ein ergonomischer Bürostuhl können Wunder wirken.
- Vermeidung von einseitigen Belastungen: Versuche, einseitige Belastungen im Alltag zu vermeiden. Trage schwere Lasten gleichmäßig verteilt und wechsle regelmäßig deine Position, wenn du lange sitzen musst.
- Wärme- und Kälteanwendungen: Wärme kann bei Muskelverspannungen helfen, während Kälte bei akuten Entzündungen Linderung verschaffen kann. Probiere aus, was dir guttut.
- Achtsamkeit: Achte auf deine Körperhaltung und vermeide es, lange in unnatürlichen Positionen zu verharren. Regelmäßige Pausen und kurze Dehnübungen können helfen, Verspannungen vorzubeugen.
Professionelle Hilfe in Anspruch nehmen
Wenn die Beschwerden trotz der genannten Maßnahmen nicht besser werden oder sogar schlimmer werden, ist es ratsam, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Ein Arzt, Physiotherapeut oder Osteopath kann die Ursache der Beckenfunktionsstörung genauer diagnostizieren und eine individuelle Therapie entwickeln.
- Physiotherapie: Ein Physiotherapeut kann dir gezielte Übungen zeigen, um die Muskulatur zu stärken, die Beweglichkeit zu verbessern und Fehlhaltungen zu korrigieren.
- Osteopathie: Ein Osteopath betrachtet den Körper als Einheit und behandelt nicht nur die Symptome, sondern auch die Ursachen der Beschwerden. Durch sanfte manuelle Techniken können Blockaden gelöst und die Selbstheilungskräfte des Körpers aktiviert werden.
- Arztbesuch: Ein Arzt kann bildgebende Verfahren, wie Röntgen oder MRT, verordnen, um die Ursache der Beckenfunktionsstörung genauer zu diagnostizieren. In einigen Fällen kann auch eine medikamentöse Behandlung erforderlich sein.
Prävention ist der beste Schutz
Um einer Beckenfunktionsstörung vorzubeugen, ist es wichtig, auf einen gesunden Lebensstil zu achten. Regelmäßige Bewegung, eine ausgewogene Ernährung und ausreichend Schlaf sind essenziell für ein starkes und stabiles Becken. Vermeide einseitige Belastungen, achte auf eine gute Körperhaltung und nimm dir regelmäßig Zeit für Entspannung und Stressabbau. So kannst du deine Mobilität und dein Wohlbefinden langfristig erhalten.
Indem du aktiv an deiner Gesundheit arbeitest und auf die Signale deines Körpers achtest, kannst du einer Beckenfunktionsstörung effektiv vorbeugen und deine Lebensqualität deutlich verbessern.